Ein Satz allein ist noch kein Wissenssystem.

Eine überzeugend formulierte Antwort ist angenehm zu lesen. Für ein Unternehmen ist aber häufig etwas anderes entscheidend: Aus welcher Unterlage stammt die Angabe? Gehört sie wirklich zu diesem Produkt? Gilt noch dieselbe Version? Und wer hat die Aussage fachlich geprüft?

Sacretus entsteht aus diesen Fragen. Wir wollen vorhandenes Wissen zugänglich machen und zugleich die Verbindung zwischen einer Antwort und ihrem Ursprung erhalten. Der aktuelle Pilot verarbeitet dazu Dokumente, Tabellen und bestätigte Fakten in einem lokalen Wissensraum.

Sprache verstehen, Wissen ausführen.

Jede Chatfrage geht zuerst an ein kleines, quantisiertes Sprachmodell. Es erzeugt einen strukturierten Auftrag: etwa einen Begriff nachschlagen, zwei Gegenstände vergleichen oder eine bestimmte Eigenschaft suchen. Ein Validator prüft die Form dieses Auftrags und führt genannte Begriffe auf die Eingabe oder den Gesprächskontext zurück.

Danach übernimmt die Engine. Sie löst bekannte Identitäten auf, prüft freigegebene Fakten und Quellenstände und sucht Originalstellen. Der Text einer fachlichen Aussage kommt derzeit aus einem Originalbeleg oder einer bestätigten Angabe. Eine freie, vom Modell erfundene Erklärung ist nicht Teil dieses Antwortwegs.

Die Herkunft einer Antwort soll lesbar bleiben.

Deterministische Regeln haben Grenzen.

Feste Prüfregeln machen Entscheidungen nachvollziehbarer. Sie machen die gesamte Anwendung aber nicht automatisch fehlerfrei. Schon das Sprachmodell kann eine Frage falsch verstehen. Ein gefundenes Zitat kann zum Thema passen, ohne die konkrete Frage vollständig zu beantworten. Auch eine sauber gespeicherte Quelle kann fachlich falsch oder überholt sein.

Deshalb unterscheiden wir die Formprüfung eines Auftrags, die Auswahl eines Belegs und dessen fachliche Bewertung. Wird eine Quelle aktualisiert, muss sichtbar bleiben, auf welchen Stand sich ein bestätigter Fakt bezogen hat. Wird eine Bedingung nicht unterstützt, soll sie nicht unbemerkt verloren gehen.

Was bereits da ist. Was noch fehlt.

Der Pilot enthält feste Identitäten, typisierte Fakten, gespeicherte Quellenversionen, lexikalische Suche und nachvollziehbare Antworten. Allgemeine Graph-Inferenz, robustes mehrstufiges Schlussfolgern und eine umfassende mehrsprachige Suche sind noch Entwicklungsaufgaben. Diese Trennung ist wichtig, wenn wir gemeinsam mit Pilotpartnern Qualität messen.

Die Forschung zu ALCE trennt Sprachqualität, sachliche Richtigkeit und Zitatqualität. Das ist eine hilfreiche Perspektive für unsere Evaluation. Die Arbeit ist kein unabhängiger Test von Sacretus. Weitere Einordnung steht auf unserer Forschungsseite.

Dieser Beitrag beschreibt den aktuellen Entwicklungsansatz. Er ist kein Nachweis einer klinischen oder unabhängigen produktbezogenen Validierung.